10 Tipps gegen Bauchweh und Blähungen bei Babys

Wenn Babys Bauchweh haben, dann leiden Eltern und Baby zusammen.

Oft werden die ersten Monate im Leben eines Babys von Bauchschmerzen begleitet und was es dann macht, ist schreien und das im schlimmsten Fall stundenlang. Das ist nicht für das Neugeborene schlimm und anstrengend, sondern auch für Eltern und Geschwister.

Als Eltern sitzt man dann oft hilflos daneben, macht sich Sorgen und weiß gar nicht wie man seinem Baby helfen kann.

In diesem Artikel erfährst du wie Bauchscherzen bei Babys entstehen und wie du erkennen kannst, ob es wirklich Bauchweh und Blähungen sind und du bekommst 10 Tipps die deinem Baby und dir helfen können, die lästigen Bauchweh loszuwerden.

Warum hat mein Baby Bauchweh und Blähungen?

Oft wird sehr schnell behauptet, wenn ein Baby Bauchweh und Blähungen hat, dann ist es die Schuld der Mutter, denn sie hat sicher irgendwas Falsches gegessen. Die meisten dieser Theorien sind Märchen und konnten nie bewiesen werden.

Solange du dich gesund und ausgewogen ernährst, brauchst du dir über solche Sachen also keine Sorgen machen.

Der häufigste Grund für Bauchweh ist wohl verschluckte Luft, die beim Stillen oder trinken aus der Flasche mit geschluckt wird. Diese Luft drückt und zwickt dann im Darm und dein Baby bekommt Bauchschmerzen.

Besonders Kinder, die von Anfang an mit der Flasche gefüttert werden können betroffen sein, wenn die Flasche stark geschüttelt wird und besonders viel Luft eingeschlossen wurde. Hier könnte es sich lohnen, zu speziellen Anti-Kolik-Flaschen* zu greifen.

Ein anderer Grund für die schmerzenden Blähungen können Faserstoffe sein, die im Darm verarbeitet werden und mit denen der Darm noch überhaupt keine Erfahrung hat. Es ist ja alles neu für dein Baby und seinen Darm und da kann es auch schon mal zu ein paar Startschwierigkeiten kommen.

Ein weiterer Grund könnte eine Allergie sein. Bei sehr vorbelasteten Babys kann es passieren, dass über die Muttermilch Allergene in den Magen gelangen und bei Kontakt mit der Magenschleimhaut zu einer schmerzhaften Reaktion führen. Treten die Schmerzen deines Neugeborenen immer ziemlich direkt nach oder während du stillst auf, dann könnte eine Allergie infrage kommen.

Was auch immer es ist, du solltest dich, so schwer es auch klingt, nicht verrückt machen. Alle Babys haben hin und wieder Bauchweh, das gehört einfach dazu. Der Darm muss ja alles noch neu lernen und da gehört es auch dazu mal Blähungen zu bekommen.

Sollte es eine zu große Belastung für dich und dein Kind werden oder du dir wirklich Sorgen machen, dann kannst du natürlich auch immer einen Kinderarzt besuchen oder deine Hebamme ansprechen.

Bauchweh beim Baby erkennen

Ob dein Kind Bauchscherzen hat, lässt sich sehr leicht erkennen. Zum einen wirst du es an dem bitteren weinen und schreien erkennen, aber das könnte natürlich auch andere Gründe haben.

Hier die häufigsten Symptome für Bauchschmerzen bei Babys:

  • Anfallartiges Schrein, oft in den Abendstunden oder nach der Mahlzeit
  • Gekrümmte Haltung und angezogene Beine oft auch krampfartiges anziehen der Beine
  • Drückempfindlicher, aufgeblähter Bauch
  • Rotes Gesicht und schwitzige Haut während der Attacken
  • Starke Blähungen

Während dieser Phasen sind Babys oft nur schwer zu beruhigen und wollen weder die Brust noch eine Flasche.

Zum Glück gibt es natürlich Tipps und Möglichkeiten, wie du deinem Baby helfen kannst.

3-Monats-Koliken

Oft in Verbindung mit Bauchweh und Blähungen bei Säuglingen ist von den 3-Monats-Koliken die Rede. Dabei handelt es sich aber eher um einen Zustand und weniger um eine Krankheit.

Ein Kolik bezeichnet eigentlich nur krampfartige Schmerzen, die häufig in der Bauchregion zu verorten sind.

Hat ein Baby sehr ausgeprägte Blähungen und Schmerzen mit häufigen, stundelangen Schreiattacken wird von den 3-Monats-Koliken gesprochen, aber eigentlich sind es nur Blähungen und Magenkrämpfe.

In den ersten drei Monaten nach der Geburt ist die Umstellung für den Darm am deutlichsten. Dein Baby wurde 9 Monate durch die Nabelschnur versorgt und jetzt muss der Darm von heute auf morgen ein Verdauungssystem aufbauen und mit Nahrung klar kommen. Diese Umstellung dauert in den häufigsten Fällen ca. drei Monate und weil diese Zeit oft von schweren Blähungen und Schmerzen begleitet werden ist dieser Ausdruck entstanden.

10 Tipps gegen Bauchweh beim Baby

Nachdem du jetzt weißt, warum dein Baby Bauchweh hat und wie du erkennst, ob es wirklich Blähungen sind, will ich endlich zu den Tipps kommen.

1. Mach dich nicht verrückt

Du kannst nichts dafür, dass dein Baby Bauchschmerzen hat und du kannst vielleicht auch nichts dagegen machen zumindest nicht sofort.

Mit dem Gedanken solltest du dich als Erstes anfreunden, so schwer es auch ist.

Du kannst deinem Baby nicht alles ersparen und die Umstellung des Darms gehört in den ersten Monaten einfach dazu. Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben und dich auch nicht verrückt machen.

Das bedeutet aber nicht, dass du nicht trotzdem etwas unternehmen kannst.

2. Mahlzeiten anpassen

Als Stillmutter kannst du versuchen, dein Baby öfter anzulegen als sonst. Es trinkt dann kleinere Mengen über den Tag verteilt und hat nicht so viel Hunger, wie sonst zu den Mahlzeiten.

Durch das häufigere stillen ist dein Baby nicht so aufgeregt und hektisch beim Trinken und verschluckt nicht so viel Luft.

Bekommt dein Kind die Flasche, kannst du versuchen, die Milch in einer Schüssel anzurühren anstatt die Flasche zu schütteln. So schäumt die Milch weniger auf und dein Baby verschluckt weniger Luft.

3. Der Fliegergriff

Im ersten Moment sieht der Fliegergriff zwar etwas gruselig aus, aber er hilft wirklich gegen Bauchweh.

Für den Fliegergriff legst du dein Baby einfach bäuchlings auf deinen Unterarm und lässt die Arme und Beine baumeln. Der Kopf liegt sicher in deiner Armbeuge und deine Hände greifen unter den Bauch.

Diese Position und der leichte Druck auf den Bauch helfen deinem Kind dabei die überschüssige Luft loszuwerden.

4. Eine Bauchmassage

Eine leichte Bauchmassage, bei der du mit den Fingern im Uhrzeigersinn ganz leicht den Bauch deines Babys massiert hilft oft sehr gut gegen festsitzende Luft und beruhigt ganz nebenbei auch noch.

Um den Effekt noch zu verstärken, kannst du ein wenig Windsalbe* auf den Finger nehmen oder die Finger leicht mit, in der Hand erwärmten Öl benetzen. Als Öl empfiehlt sich eine spezielle Öl-Mischung* oder Kümmelöl in Kombination mit einem Basisöl wie z.B. Mandelöl.

Kümmel ist das vielleicht beste pflanzliche Mittel gegen Blähungen und beruhigt den nervösen Darm.

5. Kirschkernkissen

Wärme hilft gegen Bauchweh, das weiss doch jeder und deinem Baby kann eine externe Wärmequelle wie z.B. ein Kirschkernkissen* ebenfalls guttun.

Aber bitte kein zu warmes Kissen verwenden und das Baby nicht zusätzlich zudecken.

6. Bewegen (Fahrradfahren)

Um mit deinem Baby Fahrrad zu fahren, setzt du dich natürlich nicht selber auf deinen Drahtesel.

Du legst dein Baby vor dir ab und nimmst die Beine in die Hände und machst eine Bewegung, als würde dein Baby mit dem Fahrrad fahren. Versuch es erst ganz langsam, damit dein Baby sich nicht vor der plötzlichen Bewegung erschreckt.

Falls deinem Baby das nicht gefällt, kannst du auch beide Beine gleichzeitig in Bauch schieben oder beide Beine gleichzeitig kreisen, Hauptsache der Darm kommt ein wenig in Bewegung und die Luft kann sich lösen.

7. Sab Simplex Tropfen

Diese Tropfen sind ein echtes Wundermittel gegen gasbedingte Magen-Darm-Beschwerden und Blähungen aller Art.

Sab Simplex Tropfen* wirken mechanisch gegen die in der Milch eingeschlossene Luft und können entweder direkt in die Milch gegeben werden oder falls du dein Kind stillst auch mit einem kleinen Löffel direkt in den Mund gegeben werden.

8. Federwiege oder Hängematte

Die eingerollte Haltung in einer Federwiege* hilft gegen die Blähungen und das leichte Wippen der Federwiege hilft deinem Baby dabei einzuschlafen.

Außerdem wird dein Baby leicht abgeschirmt und kann sich besser beruhigen. Wir dürfen nicht vergessen, was für unwahrscheinliche Mengen von Eindrücken täglich auf unsere Kinder einprasseln und noch viel mehr, wenn sie grade erst ein paar Wochen bei uns sind.

Die Kombination aus wippender Bewegung, runder Haltung dem Schutz vor Reizen sind ideal, wenn dein Baby unter Koliken leidet.

9. Kuscheln

Na klar, kuscheln. Bei all der Aufregung und dem Versuch eine Lösung zu finden, wird eines der einfachsten Hilfsmittel gerne übersehen.

Außer Milch und Schlaf braucht und will dein Baby vor allem eine Sache, die Mutti und wenn es ihm schlecht geht umso mehr.

Deine Nähe, deine Körperwärme, deine Stimme sind die beste Medizin und helfen deinem Baby dabei sich zu beruhigen.

10. Die Babytrage

Als Tragemutti kann ich dir eine Sache garantiert sagen, die Kombination aus Nähe, Körperwärme, aufrechter Haltung und leichter Massage (durch deine Bewegungen) die du in einer Babytrage bekommst, sind eine echte Wunderwaffe gegen Bauchschmerzen, Blähungen und Koliken bei Babys.

Falls du mehr zu Babytragen erfahren willst, findest du hier meinen Babytrage Test und so viel kann ich dir schon verraten, Tragen haben noch einige Vorteile mehr zu bieten.

Ab wann zum Kinderarzt?

Bauchweh sind nicht zwingend ein Grund zum Kinderarzt zu fahren. Treten die Beschwerden allerdings kolikartig und anhalten auf, dann ist ein Arztbesuch ratsam. Im Zweifel nur um sicherzugehen, ich vertrete da schon immer die Meinung lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

Sollte dein Kind nicht mehr essen wollen, sich erbrechen, Fieber dazu kommen oder der Bauch extrem fest werden, dann solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

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