Babytrage richtig anlegen und einstellen, so geht‘s

Dein Baby in einer Trage die Welt erleben zu lassen ist toll für dein Kind und natürlich auch für dich.

Zwar sind die meisten Babytragen echt einfach einzustellen und auch leicht anzulegen, aber es gibt immer ein paar Punkte, die man zumindest mal gehört haben sollte.

Wenn du dir also nicht ganz sicher bist, auf was du achten musst und was man beachten muss, wenn man eine Babytrage oder auch ein Tuch anlegt, dann ist dieser Artikel für dich.

Und keine Sorge, das Anlegen einer Babytrage ist echt kein Hexenwerk und man kann auch gar nicht wirklich viel falsch machen, wenn man die wichtigsten Punkte beachtet.

Aufrecht und eng am Körper

Um Wirbelsäule, Hüfte und eine gute Luftzirkulation zu unterstützen, trägst du dein Baby aufrecht und eng am Körper.

Dein Baby sollte dabei symmetrisch in der Mitte der Trage sitzen und nicht die Möglichkeit haben nach links oder rechts zu rutschen. Ebenso wenig sollte es nach unten in die Trage oder das Tuch hineinrutschen, denn das kann die Atmung einschränken.

Außerdem sollte die Trage samt Kind generell nicht zu weit unten getragen werden, denn dann wird es sehr anstrengend für den Rücken des Trägers.

Seitlich verdrehte Trageposition sind nicht zu empfehlen (auch nicht beim Stillen), denn sie können sich negativ auf die Hüftentwicklung auswirken.

Gesicht zur tragenden Person

Du solltest deinem Baby immer ins Gesicht schauen können, wenn es in der Trage sitzt. Von Babytragen die das Kind nach Vorne schauen lassen ist generell, aber besonders in den ersten Lebensmonaten abzuraten.

Der Grund dafür ist einfach, nur mit Blick zu dir kann dein Kind die so wichtige Anhock-Spreizhaltung einnehmen und einen runden Rücken machen. Außerdem kann es sich mit Blick zu dir in die Trage zurückziehen und die Umwelt ausblenden.

Nach vorne gerichtet ist das nicht möglich und die Chance hoch, dass du dein Kind stark überreizt.

Will dein Kind mehr erleben und sehen, dann bietet sich eine Trage, an die für seitliches Tragen geeignet ist, oder eine Rückentrage (Onbu). Ist das Kind noch sehr klein, muss besonders bei Rückentragen darauf geachtet werden, dass der Kopf ausreichend unterstützt wird.

Gerundeter Rücken und gestützter Kopf

Die besten Babytragen sind aus weiche Tragetuchstoff gearbeitet und erlauben es, dein Baby zu beuteln. Beuteln bedeutet, dass es in der Trage einen runden Rücken machen kann und nicht gerade sitzt.

Der runde Rücken ist wichtig, denn die Wirbelsäule und Rückenmuskulatur ist noch nicht ausgeprägt genug und mit rundem Rücken in der Trage zu sitzen ist viel ergonomischer und schonender. Eine gerade Haltung kann zu Schädigungen des Rückens führen.

Trotz des runden Rückens, darf dein Kind nicht zusammensacken (siehe erster Punkt). Richtig sitzt es dann, wenn es mit seinem gesamten Oberkörper Kontakt zu dir hat, du aber nicht das Gefühl hast zusätzlich mit der Hand stützen zu müssen.

Nicht zu empfehlen sind Tragen mit einem festen Rückenteil, festen Neugeboreneneinsätzen oder Gurten, die hinter dem Rücken des Kindes geführt werden müssen.

Die Gurte sollten, falls du eine Half Buckle oder Mei Tai verwendest unter den Beinen des Babys und dann unter den Po geführt werden, dort werden sie dann verknotet.

Wichtig: Lange Schulter Gurte immer unter den Beinen deines Babys zusammenführen und nicht darüber, das kann scheueren, die Blutzufuhr beeinträchtigen oder sogar der Hüfte schaden.

Der Kopf sollte natürlich nicht lose in der Trage umher baumeln, sondern durch das oft verstellbare Kopfteil stützen. Der Kopf und die Atemwege sollten dabei immer frei bleiben. Erfahrungsgemäß reicht es aus, die Kopfstütze auf die Höhe der Ohren des Traglings einzustellen.

Anhock-Spreizhaltung

Sie ist das A und O in der Trage, die Anhock-Spreizhaltung.

Wenn dein Baby diese Haltung korrekt eingenommen hat, dann sieht es in der Trage aus wie ein M. Der Rücken ist rund, die Beine weit gespreizt und die Knie liegen höher als das Becken.

Wichtig ist dafür, dass der Steg richtig eingestellt ist, er sollte von Kniekehle zu Kniekehle reichen. Der verstellbare Steg ist übrigens auch ein wichtiges Qualitätsmerkmal, wenn du eine Trage kaufen willst. Ist der Steg nicht verstellbar, eignet sich die Trage entweder erst ab Sitzalter, oder auch gar nicht.

Bessere Alternativen findest du hier in meinem großen Babytragen Test.

Hinweis: Bei Neugeborenen kannst du versuchen, dein Kind nicht direkt auf den Steg zu setzen, sondern ein wenig mit dem Po in das weiche Rückenteil der Trage gleiten zu lassen, so bekommst du einen noch schöneren Beutel.

Freie Atmenwege

Eigentlich sollte dieser Punkt allen klar sein, aber der Form halber möchte ich trotzdem noch einmal darauf hinweisen, dass die Atemwege deines Kindes immer frei sein sollten.

Die Kopfstütze sollte nur bis auf die Höhe der Ohren gehen und dein Kind sollte nicht in der Trage verschwinden. Ebenfalls sollten keine breiten Träger über dem Gesicht liegen und die Luft sollte um Nase und Mund zirkulieren können.

Die richtige Höhe

Der untere oft recht breite Gurt der Trage wird in den meisten Fällen als Hüftgurt gezeichnet, ich persönlich finde diese Bezeichnung leider nicht sehr gelungen, weil sie suggeriert, dass der Gurt wirklich auf der Hüfte aufliegen soll.

Das stimmt aber nicht immer.

Neugeborene und Babys in den ersten Monaten sollten deutlich höher getragen werden. Genau genommen richtet sich die Höhe der Trage immer an dem Kind aus.

Du erkennst, dass du deine Trage auf der richtigen Höhe trägst, wenn du deinem Kind ganz mühelos einen Kuss auf die Stirn geben kannst. An anderen Stellen wird auch gerne von dem Bereich zwischen deinem Ohr und Herz gesprochen, denn da gehört Babys Kopf hin, das ist die richtige Höhe.

Größere Kinder können dann natürlich so getragen werden, dass der Gurt tatsächlich auf der Hüfte aufliegt und so das höhere Körpergewicht des Kindes besser verteilt wird.

Das wichtigste zusammengefasst

Das klingt zwar im ersten Moment nach unglaublich vielen Dingen, die man beachten muss bzw. Sachen, die man falsch machen kann.

So schlimm ist es aber gar nicht, denn vieles ergibt sich schon durch eine ordnungsgemäße Nutzung der Trage und die Kleinigkeiten, die kommen dann ganz von alleine.

Ich kenne niemanden, der es nicht innerhalb weniger Tage hinbekommen hat seine Trage selbst und richtig anzulegen.

Um ganz sicherzugehen, sind hier noch mal die wichtigsten Punkte:

  • Aufrecht und eng am Körper tragen
  • Kind und Träger schauen sich an
  • Rücken rund (gebeutelt)
  • Kopf ausreichend gestützt
  • Anhock-Spreizhaltung
  • Atemwege frei
  • Richtige Höhe eingestellt (Kuss auf die Stirn möglich)

Ich kann es nicht oft genug sagen, aber Babytragen wirken oft nur auf den ersten Blick kompliziert.

Spätestens nach ein paar Tagen hast du dich an das Anlegen gewöhnt und dann kannst du Welt mit deinem Baby erkunden.

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